| Die Zierde des Mittelalters sind mit Sicherheit die Ritter. Kämpfend für edle Gesinnung, Gerechtigkeit und stets dem Minnedienst verpflichtet, senden sie leuchtende Blitze von ihren glänzenden Rüstungen in dieses dunkle Zeitalter.
 Aber auch die geschichtliche Realität kann sich sehen lassen. Begonnen als "geregelte Schlacht" im begrenzten Feld entwickelte sich das Turnier tatsächlich schnell zu dem gesellschaftlichen Ereignis und auch zum erwerbträchtigen Hauptberuf für viele Ritter. Allerdings kämpften oft mehrere hundert Ritter über viele Wochen in einem Turnier bis der Sieger feststand. Ein Aufwand, der in der Darstellung heute nicht zu realisieren ist und auch die Geduld des spannungsgewöhnten Publikums arg belasten würde. Wenn die Ritter auf ihren mächtigen Rössern vor den Augen des jubelnden Publikums ihre Kunstfertigkeit im Umgang mit den Waffen unter Beweis stellen, wird schnell vergessen, daß es sich um Kampfübungen handelt.
Aus eifrigem Wettstreit entwickelt sich aber auch eine spektakuläre, schnelle Handlung, die das Herz schier stillstehen läßt. Nur die Worte des Herolds halten die Kontrahenten im Zaum, verhalten sich doch nicht alle Recken immer ritterlich. Durch die lautstarke Stellungnahme für ihren Favoriten wird das Publikum aktiv in die Handlung einbezogen.
 Der Höhepunkt des Turniers ist der Tjost, das Stechen mit der Lanze Mann gegen Mann. Hier splittert das Holz der Lanzen, wenn die Ritter aufeinandertreffen, bevor, mit letzter Kraft, Sieg oder Niederlage mit dem Schwert erstritten werden.
Alle dargestellten Ritter haben im Zeitraum um 1280 in Mitteleuropa gelebt. So spinnt sich eine Geschichte, die fast wahr sein könnte.
Vielfalt herrscht auch bei den wichtigsten Akteuren dieses Spektakels, den treuen Reittieren der Ritter. Von zierlichen, schnellen Arabern bis hin zu stolzen Friesen und gewaltigen Kaltblütern zeigt Nobilitas einen bunten Querschnitt der Pferdewelt.
Mit in sich schlüssigen Geschichten um Ehre und Ruhm, Niedertracht und Hinterlist, findet nach ein bis eineinhalb Stunden doch immer das Gute den Sieg.
|